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Ein
Tag bei der MPU - Bericht eines Betroffenen
In
meiner Sprechstunde ist meistens eine der ersten Fragen von
Betroffenen, die zur MPU müssen: Für die meisten ist die MPU ein Buch mit „sieben Siegeln“. Keiner weiß so richtig, was bei der MPU passiert. Manche erzählen von Bäumchen malen und Kugeln übereinander setzen. Aus diesem Grunde habe ich eine Klientin von mir gebeten – aus ihrer Sicht – ihren Tag bei der MPU zu schildern. Hier
nun ihr Bericht: Ich muss heute zur MPU wegen Trunkenheitsfahrt! Was für ein Wort! Obwohl ich
doch gut vorbereitet bin (mein Sachbearbeiter bei der
Führerscheinstelle und auch mein Nach dem Frühstück prüfe ich, ob ich auch alles eingepackt habe, was ich brauche (Ausweis, Beleg über die Zahlung, wichtige Unterlagen, Leberwerte, Bescheinigung vom MPU-Berater über meine Stunden, Brille). Dann geht’s los. Ich habe den TÜV gewählt, ist für mich am besten zu erreichen – muss ja mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Die Durchfallquoten wären überall etwa gleich hoch hat man mir gesagt, es wäre mehr oder weniger eine reine „Bauchentscheidung“- meistens wenigstens. Beim TÜV
angekommen, muss ich mich erst anmelden (Personalausweis!), dann
bekomme ich einige Unterlagen
(Fragebögen, Untersuchungsmerkblatt) und es wird mir der
Untersuchungsablauf erklärt. Zuerst
muss ich zur medizinischen Untersuchung. Dann
der Leistungstest. Wieder
das Wartezimmer. Das
Psychologengespräch Der Psychologe, zu dem ich ins Zimmer komme, sieht allerdings gleich, dass ich wahnsinnig aufgeregt bin und versucht, mich durch Reden über alles Mögliche zu beruhigen, was ihm auch zum Teil gut gelingt. Nach kurzer Abfrage meiner persönlichen Daten erklärt er mir, dass er Fragen stellen werde und ich diese dann ganz ehrlich beantworten solle. Schon bei
der ersten Frage lege ich los und rede, was das Zeug hält. Ich sage ganz ehrlich, warum ich früher zuviel getrunken habe, was ich in der Zwischenzeit ganz klar erkannt habe, und dass ich in Zukunft beim Autofahren nichts mehr trinke. Der
Psychologe fragt nach und will wissen, was ich mache, wenn ich in
eine Situation komme, wo es mir fast unmöglich ist, das
Trinken
abzulehnen. Dank meiner sehr guten Vorbereitung auf dieses Gespräch kann ich sagen, dass ich mich, je länger es dauert, immer sicherer fühle und auch überzeugend wirke. Nur so ist es zu erklären, dass nach ca. 45 Minuten (waren es wirklich schon 45 Minuten?!?) mir der Psychologe sagt, dass ich ihn erstaunt habe mit meinen ehrlichen Antworten, und dass auch er jetzt überzeugt sei, dass ich mit dem Umgang mit Alkohol in Zukunft wohl klar komme und seiner Meinung nach auch nicht mehr alkoholisiert fahre. Deshalb könne er ein positives Gutachten schreiben!! Wie
soll ich meine Gefühle nach diesem Gespräch
beschreiben?
Euphorisch? Überzeugt von mir? Glücklich? Ihn würde ich jetzt - wenn er da wäre – am liebsten küssen! Vielen, vielen Dank nochmals an ihn!! |
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